Manche Veränderungen erkennt man erst im Rückblick. Während man mittendrin steckt, fühlt sich vieles einfach chaotisch an. Man weiss noch nicht, wohin es führt und oft versteht man erst Jahre später, was damals eigentlich begonnen hat.
Bei mir startete dieser Wandel im ereignisreichen Jahr 2020. Damals wusste ich nur eines ziemlich deutlich:
Nichts würde mehr genau so werden wie vorher.
Mein Leben begann sich langsam zu verändern. Meine Sicht auf Menschen, Sicherheit, Zugehörigkeit und darauf, was ein stimmiges Leben für mich bedeutet, verschob sich. Auch meine Interessen veränderten sich. Während früher Romane und Unterhaltungsliteratur auf meinem Nachttisch lagen, beschäftigte ich mich plötzlich mit Quantenphysik, Astrologie, Manifestation, Numerologie und Bewusstsein.
Also mit Themen, bei denen ich früher vermutlich schon nach dem zweiten Satz ausgestiegen wäre. Freiwillig, versteht sich.
Später begann ich zu verstehen, dass sich im Leben vieles in Zyklen bewegt. Besonders spannend ist für mich dabei Tor 42, das in meinem Human Design für Wachstum innerhalb eines Zyklus und dessen Abschluss steht. Und ausgerechnet dieses Thema ist auch noch Teil meines Inkarnationskreuzes. Offenbar hatte ich mir das Thema «Zyklen abschliessen» gleich ins persönliche Reisegepäck gepackt.
Nur hatte mir niemand verraten, wie schwer so ein Koffer manchmal werden kann.
Erst 2025 begann ich mich intensiver mit dem Shift 2027 zu beschäftigen. Je tiefer ich in das Thema eintauchte, desto mehr erkannte ich meine eigenen Prozesse der vergangenen Jahre wieder. Plötzlich ergaben Dinge einen Zusammenhang, die sich vorher eher wie eine ziemlich chaotische Sammlung von Lebensereignissen angefühlt hatten. Auch bei anderen Menschen beobachtete ich Veränderungen. Manche zogen sich zurück. Andere begannen zu suchen, zu hinterfragen oder bisherige Überzeugungen über Bord zu werfen. Frust und Unzufriedenheit wurden sichtbarer. Beziehungen, Arbeit, Werte und die Frage nach dem eigenen Leben rückten stärker ins Bewusstsein.
Und bei mir? Ich beschloss offenbar, gleich noch die äusseren Umstände meinem inneren Wandel anzupassen.
Ich kündigte urplötzlich meine Drei-Zimmer-Wohnung, verliess die Stadt, in der ich zwanzig Jahre gelebt hatte, und zog ca 100 km weiter weg in ein mir völlig unbekannter Ort in ein möbliertes Zimmer. Von drei Zimmern auf eines. Andere nennen das vielleicht einen Rückschritt. Ich entdeckte darin etwas, das mir viel wichtiger geworden war: Freiheit.
Ausserdem stellte ich fest, dass ein Mensch erstaunlich wenig braucht. Zumindest so lange, bis er versucht, seine sämtlichen Habseligkeiten in einem einzigen Zimmer unterzubringen. Und ich bin heute noch stetig dabei alles auf Minimalismus zu optimieren. 2026 wurde mir dann sehr deutlich, welche Rollen ich über viele Jahre getragen hatte: die Verantwortliche, die Schwierige, die Ungehorsame, die Tragende, die Emotionale und manchmal auch die Schuldige. Eine beeindruckende Besetzung. Und das alles ohne Gage, Ruhm oder Titelseite.
Ich erkannte, dass ich diese Rollen nicht nur in meiner Familie spielte, sondern auch in anderen Beziehungen. Oft war ich diejenige, die auffing, organisierte, verstand und trug, was andere eigentlich selbst hätten halten müssen. Irgendwann fragte ich mich: Wer hat mich eigentlich für all diese Aufgaben eingestellt? Und noch wichtiger: Weshalb habe ich diesen Job so lange freiwillig gemacht?
Für mich wurde diese Zeit immer mehr zu einer Dekonditionierung. Kein gerader Weg und schon gar keiner, auf dem ich jeden Morgen erleuchtet aufwachte und wusste, was zu tun war. Eher ein langsames Freilegen. Schicht für Schicht wurde sichtbar, was wirklich zu mir gehört und wo ich mich angepasst hatte. Manche Erkenntnisse waren befreiend, andere unbequem und unter Tränen. Und einige hätte ich am liebsten ungeöffnet zurückgeschickt.
Als ich die letzten Jahre genauer anfing zu studieren, erkannte ich darin sieben Phasen. Sie sind meine persönliche Sicht auf die Entwicklung von 2020 bis 2027 – keine festgelegten Human-Design-Phasen sondern eine reine Interpretation von mir und ich würde sagen, so wirklich total daneben bin ich damit nicht.
Vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen wieder. Und vielleicht musst du zwischendurch sogar ein wenig über dich selbst schmunzeln.
Denn manchmal ist das Leben schon erstaunlich kreativ darin, uns zu zeigen, was längst nicht mehr zu uns passt.
Etwas verändert sich
Am Anfang war einfach dieses Gefühl: Etwas stimmt nicht mehr so wie vorher. 2020 wurde vieles, was selbstverständlich gewesen war, plötzlich unsicher. Im Aussen veränderte sich enorm viel und gleichzeitig begann auch innerlich etwas in Bewegung zu kommen.
Das Hinterfragen beginnt
Nach der ersten Unsicherheit kamen die Fragen:
- Was gibt mir wirklich Sicherheit?
- Passt meine Arbeit noch zu mir?
- Welche Menschen möchte ich in meinem Leben haben?
- Welche Werte sind wirklich meine eigenen?
Und wie viel von meinem Leben hatte ich so gestaltet, weil ich dachte, dass man es eben so macht? Auch Beziehungen veränderten sich. Einige Menschen verschwanden ganz von selbst, weil Werte, Vorstellungen oder Lebenswege nicht mehr zusammenpassten.
Heute erkenne ich schneller, welche Beziehungen mit alten Rollen verbunden sind. Wenn ich diese Rollen nicht mehr bediene, verändert sich auch die Verbindung.
Frust, Rückzug und Unruhe
Wenn das Alte nicht mehr passt und das Neue noch nicht da ist, entsteht ein unangenehmer Zwischenraum. Frust wird stärker. Manche Menschen ziehen sich zurück, andere werden wütend oder halten noch fester an dem fest, was ihnen bisher Sicherheit gegeben hat.
Auch Beziehungen können schwieriger werden. Menschen entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen, Werte gehen auseinander und Dinge, über die man früher hinweggesehen hat, werden plötzlich deutlich.
Die Suche nach Antworten
Irgendwann reicht es nicht mehr zu merken, dass etwas nicht stimmt. Man möchte verstehen, warum. Für mich begann damit eine intensive Suche.
2022 lernte ich Human Design kennen. Dadurch bekam ich eine neue Möglichkeit, mich selbst zu verstehen.
- Warum reagiere ich so?
- Warum ticke ich manchmal anders als andere?
- Und wer bin ich eigentlich hinter all den Erwartungen und Rollen?
Auch andere Menschen begannen zu suchen – in Human Design, Spiritualität, Psychologie, Natur, neuen Lebensformen oder in ehrlichen Gesprächen.
Die zentrale Frage wurde für mich:
Das Alte loslassen
Irgendwann reicht Erkenntnis nicht mehr. Wenn ich erkenne, dass etwas nicht mehr zu mir passt, muss ich entscheiden, was ich damit mache.
Für mich bedeutete das, Grenzen zu setzen, Verantwortung zurückzugeben und Rollen oder Beziehungen loszulassen, in denen ich mich selbst immer wieder verlor. Loslassen klingt leicht. Aber auch Dinge, die uns nicht mehr guttun, können vertraut sein.
Und genau darin liegt die Herausforderung:
Mich selbst wieder ernster nehmen
Mit der Zeit veränderte sich meine Frage.
Am Anfang fragte ich:
Später wurde daraus:
Ich begann bewusster wahrzunehmen, was ich möchte, welche Verantwortung ich übernehmen will und welche nicht zu mir gehört. Natürlich gelingt mir das nicht immer sofort. Alte Gewohnheiten sitzen tief. Aber heute erkenne ich sie schneller.
Für mich bedeutet Dekonditionierung deshalb nicht, irgendwann vollkommen frei von Prägungen zu sein. Es bedeutet, bewusster wahrzunehmen:
Ah, da ist wieder meine alte Rolle.
Und dann neu zu entscheiden:
- Will ich das wirklich?
- Möchte ich diese Verantwortung übernehmen?
- Oder darf sie dort bleiben, wo sie hingehört?
Eine neue Richtung entsteht
Auch heute befinde ich mich mitten in diesem Prozess. 2027 liegt vor uns und ich glaube nicht, dass an einem bestimmten Tag plötzlich alles anders sein wird. Aber ich spüre, dass sich meine Richtung verändert hat.
Ich suche weniger danach, was im Aussen richtig sein könnte. Ich frage mehr danach, was für mich stimmt.
- Welche Menschen möchte ich um mich haben?
- Wie möchte ich arbeiten?
- Was möchte ich weitergeben?
- Wo möchte ich meine Energie einsetzen?
- Und was darf zu Ende sein?
Vielleicht liegt genau darin das Ende eines Zyklus. Nicht darin, plötzlich alle Antworten zu haben, sondern darin zu erkennen, was wir nicht mehr mit in den nächsten Abschnitt nehmen möchten.
Wenn ich heute auf die Jahre von 2020 bis 2027 schaue, sehe ich einen Weg: Zuerst war da das Gefühl, dass sich etwas verändert.
Dann kamen die Fragen, der Frust, die Suche und das Loslassen. Langsam entstand etwas, das ich heute immer deutlicher spüre:
Nicht jeder Mensch wird diese Jahre genauso erlebt haben. Jeder steht an einem anderen Punkt. Für mich bedeutet Bewusstseinswandel deshalb auch, nicht alle Menschen an denselben Ort bringen zu wollen.
Sondern sich selbst ehrlich zu fragen:
- Was gehört wirklich noch zu mir?
- Woran halte ich fest, obwohl es mich längst nicht mehr erfüllt?
- Welche Rollen spiele ich noch, obwohl ich sie müde bin?
- Und was möchte durch mich als Nächstes entstehen?
Für mich ist genau das der Weg von 2020 in Richtung 2027.
Und wo stehst du auf deinem eigenen Weg?
Vielleicht hast du dich in der einen oder anderen Phase wiedererkannt. Vielleicht spürst du schon länger, dass sich etwas in deinem Leben verändert, kannst aber noch nicht genau benennen, was es ist. Wir alle tragen Erwartungen, Überzeugungen und Rollen mit uns, die wir irgendwann übernommen haben. Manche davon begleiten uns so lange, dass wir sie kaum noch hinterfragen.
Für mich wurde Human Design zu einem wertvollen Werkzeug, um meine eigenen Muster besser zu verstehen und zu erkennen, wo ich mich im Laufe meines Lebens angepasst hatte. Vielleicht möchtest auch du herausfinden, was wirklich zu dir gehört, welche Konditionierungen dich beeinflussen und wie du Entscheidungen treffen kannst, die sich für dich stimmig anfühlen.
In meinen Human Design Readings schauen wir uns deine individuelle Veranlagung, deine Stärken, deine Strategie und deine innere Autorität an. Dabei geht es nicht darum, dir einen fertigen Lebensweg vorzugeben, sondern dir neue Perspektiven auf dich selbst zu eröffnen.
Denn vielleicht beginnt dein nächster Lebensabschnitt genau dort, wo du aufhörst, den Erwartungen anderer zu folgen, und anfängst, dich selbst wieder ernst zu nehmen.
Entdecke deine Human Design Readings und finde heraus, was dich ausmacht.
delutzion – Zurück zu dir.