Wenn ich heute auf die letzten Jahre zurückschaue, merke ich, dass sich schon lange etwas in meinem Leben verändert hat. Ich war immer eine Frau mit dem tiefen inneren Gefühl, dass es doch mehr geben muss als den gewohnten und immer gleichen Rhythmus.
Mein Alltag ging weiter. Ich arbeitete, kümmerte mich um die Dinge, die getan werden mussten, und von aussen sah vieles ganz normal aus. Innerlich begann ich mich jedoch immer öfter zu fragen, ob ich wirklich so weiterleben möchte. Passt meine Arbeit noch zu mir? Welche Menschen tun mir gut? Was ist mir wirklich wichtig? Und wie sehr richte ich mein Leben eigentlich nach den Erwartungen anderer?
Besonders seit 2020 hatte ich das Gefühl, dass sich nicht nur bei mir etwas verändert. Auch im Aussen wurde vieles unsicherer. Menschen begannen, ihre Arbeit, ihre Beziehungen, ihre Werte und ihre Lebensweise stärker zu hinterfragen. Manche suchten nach einem Leben, das sich ehrlicher und passender anfühlt. Andere hielten am Gewohnten fest, vielleicht auch aus Angst vor Veränderung.
Als ich mich später intensiver mit Human Design und dem Shift 2027 beschäftigte, bekam dieses Gefühl für mich einen Zusammenhang. Ich begann zu verstehen, dass wir uns aus Sicht des Human Design in einem grösseren Übergang befinden.
Dabei geht es für mich nicht darum, die Zukunft vorherzusagen. Mich interessiert vielmehr, warum sich bestimmte Themen gerade so deutlich zeigen.
Warum mich der Human Design Shift 2027 persönlich berührt
In meinem eigenen Human Design trage ich das Kreuz der Maya als Lebensaufgabe. Dieses Inkarnationskreuz beschäftigt sich unter anderem mit Wahrheit, Wahrnehmung und dem Erkennen von Zusammenhängen. Ich erkenne mich darin sehr stark wieder. Ich möchte verstehen, was hinter dem Sichtbaren liegt, Dinge miteinander verbinden und erkennen, was wirklich stimmig ist.
Mein Kreuz der Maya bedeutet für mich nicht, dass ich die Wahrheit für andere kenne. Es beschreibt vielmehr meine Art, Entwicklungen zu beobachten, Zusammenhänge zu hinterfragen und sie verständlich zu machen.
Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb mich gesellschaftliche Veränderungen und persönliche Entwicklungsprozesse so stark interessieren.
Was sind globale Zyklen im Human Design?
Im Human Design gibt es sogenannte globale Zyklen. Ein solcher Zyklus dauert etwas mehr als 400 Jahre.
Ich verstehe ihn wie ein Hintergrundthema einer bestimmten Zeit. Er bestimmt nicht, wie ein einzelner Mensch leben muss. Er beschreibt vielmehr Themen, die innerhalb einer Gesellschaft besonders stark wirken.
Zum Beispiel:
Was gibt Menschen Sicherheit?
Wie leben Menschen miteinander?
Was erwarten wir voneinander?
Welche Strukturen bauen wir auf?
Wir wachsen alle in bestimmte Vorstellungen darüber hinein, was als normal, richtig oder vernünftig gilt. Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft prägen uns dabei über sehr viele Jahre ganz stark.
Im Jahr 2027 endet im Human Design der Zyklus des Kreuzes der Planung. Gleichzeitig beginnt der neue globale Zyklus des Schlafenden Phönix. Dieser Übergang wird häufig als Human Design Shift 2027 bezeichnet. Gemäss der Timeline findet der Wechsel am 13. Februar 2027 statt.
Vom Kreuz der Planung zum Schlafenden Phönix
Der Zyklus des Kreuzes der Planung begann im Jahr 1615. Zu ihm gehören die Tore 37, 40, 9 und 16.
Ein Grundprinzip dieses Zyklus könnte man vereinfacht so beschreiben:
Ich leiste meinen Beitrag und bekomme dafür Sicherheit, Zugehörigkeit oder Unterstützung.
Wir arbeiten und erhalten dafür einen Lohn. Wir bezahlen Versicherungen und erwarten Hilfe, wenn etwas passiert. Wir übernehmen Aufgaben in Familie oder Gemeinschaft und gehen davon aus, dass auch andere ihren Teil beitragen. Auch in meinem eigenen Leben erkenne ich dieses Muster und wenn wir ehrlich sind, kennt die eigentlich jeder.
Ich kenne es gut, Verantwortung zu übernehmen, einzuspringen und Dinge zusammenzuhalten. Heute erkenne ich allerdings, dass diese Verantwortung nicht immer mir gehörte. Und genau hier verändert sich grundlegend für viele Menschen etwas.
Arbeit bedeutet nicht automatisch Sicherheit. Anpassung bedeutet nicht automatisch Zugehörigkeit. Und Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht automatisch, dass andere ebenfalls Verantwortung übernehmen. Viele der Strukturen, die unser heutiges Leben prägen: Schulen, Unternehmen, Versicherungen, Gesundheitssysteme oder staatliche Strukturen, beruhen stark auf dem Gedanken, dass Menschen gemeinsam etwas tragen.
Wenn dieses Vertrauen ins Wanken gerät, entstehen neue Fragen:
Passt meine Arbeit noch zu mir?
Kann ich mich auf bisherige Sicherheiten verlassen?
Welche Beziehungen tragen mich wirklich?
Welche Verantwortung möchte ich weiterhin übernehmen?
Der Schlafende Phönix
Im Jahr 2027 beginnt der Zyklus des Schlafenden Phönix. Zu diesem Zyklus gehören die Tore 55, 59, 20 und 34.
Die Themen verschieben sich stärker in Richtung Individualität, Lebenskraft, Nähe, innere Fülle und Handeln im gegenwärtigen Moment. Besonders spannend finde ich die Verbindung der Tore 34 und 20. Gemeinsam bilden sie den Kanal des Charismas. Dabei geht es darum, die eigene Kraft im Moment zu nutzen.
Habe ich die Energie für etwas?
Möchte ich das wirklich?
Ist jetzt der richtige Moment?
Wenn äussere Strukturen weniger Sicherheit geben, können solche Fragen wichtiger werden.
Individualität bedeutet für mich dabei nicht, dass Gemeinschaft unwichtig wird. Im Gegenteil. Vielleicht entstehen Verbindungen bewusster. Menschen bleiben nicht mehr nur zusammen, weil man es eben so macht, sondern weil sie ähnliche Werte teilen und wirklich miteinander sein möchten.
Auch der Shift 2027 geschieht nicht plötzlich an einem einzigen Tag. Ein grosser Wandel entwickelt sich über viele Jahre. Vieles davon können wir meiner Meinung nach bereits heute beobachten. Vielleicht befinden wir uns genau in dieser Zwischenzeit: Das Alte trägt nicht mehr vollständig, während das Neue noch nicht richtig sichtbar ist.
Der Wandel beginnt dort,
wo du deine Richtung wieder in dir selbst findest.
Die sieben Phasen der Dekonditionierung
Wenn ich auf die Jahre seit 2020 schaue, sehe ich nicht nur einzelne Krisen oder schwierige Ereignisse. Für mich fühlt sich diese Zeit wie ein längerer Prozess an. Viele Dinge, die vorher sicher oder selbstverständlich wirkten, wurden plötzlich infrage gestellt. Dazu gehören unsere Arbeit, unsere Beziehungen, unsere Vorstellungen von Sicherheit und auch unsere Erwartungen an andere Menschen.
Für mich lassen sich die Jahre von 2020 bis 2027 deshalb als sieben Phasen einer kollektiven Dekonditionierung betrachten.
Dekonditionierung bedeutet für mich, dass ich beginne zu erkennen, welche Dinge wirklich zu mir gehören und welche ich irgendwann übernommen habe.
Ich kann mich zum Beispiel fragen:
Handle ich gerade wirklich aus meiner eigenen Klarheit?
Möchte ich wirklich Ja sagen?
Oder übernehme ich gerade wieder Verantwortung, weil ich das Gefühl habe, für alles zuständig zu sein?
Passe ich mich an, damit es für andere einfacher ist?
Oder nehme ich mich selbst genauso ernst?
Diese Fragen sind für mich sehr persönlich. Ich kenne viele davon aus meinem eigenen Leben.
Genau deshalb möchte ich im nächsten Blogbeitrag die sieben Phasen von 2020 bis 2027 genauer anschauen. Ich werde beschreiben, welche Entwicklung ich persönlich in diesen Jahren erkenne und welche Themen sich immer wieder gezeigt haben.
Wie Human Design Orientierung geben kann
Human Design hat mir geholfen, meine Antworten stärker bei mir selbst zu suchen.
Durch Energietyp, Strategie und innere Autorität können wir besser verstehen, wie unsere eigene Energie funktioniert und wie wir Entscheidungen treffen.
Dabei geht es für mich nicht darum, dass Human Design uns sagt, was wir tun sollen. Es nimmt uns die Entscheidungen nicht ab. Es kann uns aber helfen, wieder genauer wahrzunehmen:
Passt diese Arbeit noch zu mir?
Möchte ich diese Beziehung wirklich weiterführen?
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung?
Fühlt sich dieses Ja wirklich stimmig an?
Oder sage ich nur Ja, weil ich niemanden enttäuschen möchte?
Human Design ist die Landkarte und du bist die Quelle
Heute verstehe ich Human Design als eine Landkarte.
Es kann mir zeigen, wie meine Energie funktioniert, welche Entscheidungsweise zu mir passt und wo ich besonders offen für den Einfluss anderer bin.
Doch eine Landkarte entscheidet nicht für mich. Die Quelle liegt in mir, in meinem Körper, meiner Wahrnehmung und meiner eigenen Erfahrung.
Wir müssen noch nicht wissen, wie die Welt nach 2027 aussehen wird. Wir dürfen lernen, uns selbst besser wahrzunehmen, unserer inneren Führung zu vertrauen und den nächsten stimmigen Schritt zu gehen.