Unglücklich im Job, in der Beziehung oder mit deinem Leben? Erfahre, welche Ängste und Erwartungen dich zurückhalten und wie du wieder zu dir findest.
Was hindert mich eigentlich daran, mein Leben einfach neu zu gestalten? Morgen ins Büro gehen, meine Tasche und meinen Mantel packen und einfach verschwinden. Hinaus in die Freiheit, hinein in ein neues Abenteuer! Am nächsten Morgen erst einmal ausschlafen, gemütlich einen Kaffee trinken und dann in aller Ruhe schauen, wie es weitergeht.
Klingt ziemlich verlockend, oder?
Nun, es gibt einige Dinge, die uns daran hindern, solche Gedanken tatsächlich in die Tat umzusetzen. Die meisten von uns wollen oder können nicht einfach von heute auf morgen alles hinschmeissen, dem Chef die Kündigung auf den Tisch knallen und mit einem fröhlichen «Au revoir!» ins Ungewisse spazieren. Aber warum eigentlich nicht? Was hindert uns daran, die nervigen Arbeitskollegen, den Chef und die schlecht gelaunte Kantinenfrau hinter uns zu lassen? Das Leben ist doch viel zu kurz, um jeden Morgen genervt den Wecker im Fünf-Minuten-Takt auszuschalten, in der Hoffnung, dass die nächsten fünf Minuten im Bett vielleicht doch noch etwas mehr Motivation zum aufstehen bringen. Vielleicht hast du auch schon einmal gedacht: «Ich hasse meinen Job!» Und trotzdem stehst du am nächsten Morgen wieder auf, trinkst deinen Kaffee und machst dich auf den Weg zur Arbeit.
Ich sage dir, was uns häufig zurückhält: Es ist die Angst.
Doch welche Angst eigentlich? Die Angst vor finanzieller Unsicherheit, vor dem Scheitern oder vor dem berühmten «Was werden wohl die anderen sagen?» Oder ist es vielleicht sogar die Angst vor der Eigenverantwortung?
Lieber unzufrieden als ins Ungewisse?
Eigenverantwortung bedeutet, für das eigene Leben und die eigenen Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen. Das klingt zunächst ganz selbstverständlich, doch bei genauerem Hinsehen ist es manchmal gar nicht so einfach.
Solange wir bleiben, wo wir sind, wissen wir wenigstens, was uns erwartet. Auch wenn uns das, was uns erwartet, schon lange nicht mehr glücklich macht. Dass wir gelernt haben, logisch zu denken und unsere Körperreaktionen zu übergehen, statt dem zu folgen, was unserem Leben Sinn geben könnte, ist ein gesellschaftliches Phänomen, das uns alle prägt und das so sehr, dass wir besser wissen, was von uns erwartet wird, als was sich für uns selbst stimmig anfühlt.
Natürlich können wir nicht einfach sämtliche Verpflichtungen über Bord werfen. Rechnungen wollen bezahlt werden, und von Luft und Liebe allein lässt es sich bekanntlich schlecht leben. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob es nicht auch bequemer ist, über unsere Unzufriedenheit zu jammern, als tatsächlich etwas zu verändern. Denn wenn wir selbst eine Entscheidung treffen, müssen wir auch mit ihren Konsequenzen leben. Plötzlich können wir nicht mehr ausschliesslich den Chef, die Arbeitskollegen, der Kantinenfrau oder die äusseren Umstände für unsere Situation verantwortlich machen. Vielleicht ist es genau das, was uns so schwerfällt. Wir wünschen uns Veränderung, möchten aber gleichzeitig die Sicherheit behalten, die uns das Vertraute bietet.
Wir wünschen uns Veränderung, möchten aber gleichzeitig die Sicherheit behalten, die uns das Vertraute bietet.
Und so bleiben wir lieber in einer Situation, die uns unzufrieden macht, als uns auf etwas einzulassen, dessen Ausgang wir noch nicht kennen.
Unglücklich in der Beziehung – aber warum bleiben wir?
Und mal ganz ehrlich: Dieses Phänomen begegnet uns doch nicht nur im Berufsleben.
Wie sieht es beispielsweise mit unserer Beziehung aus?
Vielleicht sitzen wir abends mit unserem Partner auf dem Sofa, schauen irgendeine Serie, die uns eigentlich gar nicht interessiert, und fragen uns insgeheim, ob das jetzt wirklich alles in Leben gewesen sein soll. Vielleicht haben wir uns sogar schon einmal eingestanden: «Ich bin unglücklich in der Beziehung.» Aber eine Trennung? Um Himmels willen!
Da wären die gemeinsame Wohnung, die finanziellen Verpflichtungen, die Familie und der Freundeskreis. Und überhaupt: Wer sagt denn, dass es mit einem anderen Partner besser wäre? Und schliesslich sind wir ja schon 17 Jahre zusammen und wir haben auch gar nicht den Anspruch uns Glücklich zu machen. Also bleiben wir, schliesslich wissen wir so wenigstens ganz genau was wir haben.
Dabei muss eine unglückliche Beziehung nicht zwangsläufig bedeuten, dass wir uns trennen sollten. Vielleicht haben wir uns im Laufe der Jahre einfach so sehr aneinander angepasst, dass unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse kaum noch Platz finden. Man nennt es auch Gewohnheit und die ist bekanntlich auch extrem bequem. Wir gehen Kompromisse ein, vermeiden Auseinandersetzungen und versuchen, den gemeinsamen Alltag möglichst harmonisch zu gestalten. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, denn ohne Kompromisse funktioniert kaum eine Beziehung. Schwierig wird es allerdings dann, wenn wir immer wieder unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen, bis wir irgendwann gar nicht mehr wissen, welche das eigentlich sind.
Und genau hier kommen wir zu einer Frage, die viel tiefer geht als die Unzufriedenheit im Job oder in der Partnerschaft.
Wissen wir eigentlich noch, was wir selbst wollen?
Warum weiss ich eigentlich nicht, was ich will?
Ich kann dich trösten: Mit dieser Frage bist du vermutlich nicht allein. Viele Menschen haben irgendwann Schwierigkeiten damit, ihre eigenen Wünsche klar zu erkennen. Aber warum eigentlich? Nun, wir werden geboren, und kaum haben wir das Licht der Welt erblickt, wird schon einiges von uns erwartet.
«Mein Kind schläft bereits die ganze Nacht durch und weint fast nie!» Später sollen wir möglichst früh fröhlich glucksend auf dem Töpfchen sitzen, unsere ersten Schritte machen und am besten schon unseren Namen buchstabieren können. Schliesslich möchten unsere Eltern stolz auf uns sein, und natürlich braucht es auch etwas, das man bei der nächsten Familienfeier vorzeigen kann.
«Schau mal, meine Tochter isst ihren Babybrei schon selbst und macht danach auch gleich die Steuererklärung!»
Du weisst vermutlich, worauf ich hinauswill.
Schon früh beginnen wir, Erwartungen zu erfüllen. Zunächst sind es die Erwartungen unserer Eltern, später kommen jene unserer Lehrer, Freunde, Partner und Arbeitgeber hinzu. Wir lernen, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht. Wir erfahren, wofür wir gelobt werden und wann wir mit Kritik oder Ablehnung rechnen müssen. Doch was geschieht eigentlich, wenn wir diesen Erwartungen nicht entsprechen?
Vielleicht werden wir zurechtgewiesen, kritisiert oder bekommen den altbekannten Satz zu hören: «Das macht man einfach so!» Manchmal erleben Kinder sogar, dass ihnen Zuwendung entzogen wird, wenn sie nicht das tun, was von ihnen erwartet wird. Also beginnen wir, uns anzupassen. Wir gehen Kompromisse ein, stellen unsere Bedürfnisse zurück und versuchen, möglichst wenig anzuecken.
Nicht unbedingt, weil wir das möchten, sondern weil wir als Kinder auf die Zuwendung, den Schutz und die Versorgung unserer Bezugspersonen angewiesen sind. Anpassung kann deshalb zu einer regelrechten Überlebensstrategie werden. Und diese Strategie funktioniert zunächst vielleicht sogar hervorragend. Wir bekommen Anerkennung, vermeiden Konflikte und lernen, was wir tun müssen, um dazuzugehören. Das Problem beginnt häufig erst später, wenn aus dem Kind längst ein erwachsener Mensch geworden ist.
Ein Mensch, der möglicherweise noch immer versucht, es allen recht zu machen, der Ja sagt, obwohl er Nein meint, und der Entscheidungen danach trifft, was andere Menschen von ihm erwarten. Vielleicht bleibt er in einem Job, der ihn schon lange nicht mehr erfüllt, oder in einer Beziehung, in der er sich selbst immer weniger wiedererkennt. Was uns als Kind geholfen hat, uns sicher und angenommen zu fühlen, kann uns als Erwachsene daran hindern, unseren eigenen Weg zu gehen. Wir haben bestimmte Verhaltensweisen so oft wiederholt, dass sie irgendwann ganz selbstverständlich zu uns gehören. Wir hinterfragen sie kaum noch und halten sie möglicherweise sogar für einen festen Bestandteil unserer Persönlichkeit. Und dann wundern wir uns, warum wir unglücklich mit dem Leben sind, obwohl wir doch eigentlich alles haben, was man für ein zufriedenes Leben braucht. Einen gute bezahlten Job, einen Partner und den nächsten Urlaub auf den wir uns freuen.
Vielleicht liegt genau darin ein Teil der Antwort auf die Frage: «Warum bin ich unzufrieden?»
Wie sollen wir wissen, was wir selbst wollen, wenn wir einen grossen Teil unseres Lebens damit beschäftigt waren, herauszufinden, was andere von uns
Human Design – was hat das mit unserer Unzufriedenheit zu tun?
Vielleicht fragst du dich gerade, wie du überhaupt herausfinden sollst, welche Verhaltensweisen wirklich zu dir gehören und welche du dir im Laufe deines Lebens angeeignet hast. Frage über Fragen die uns das Leben nicht wirklich leichter machen. Schliesslich können wir nicht einfach einen Reissverschluss öffnen, sämtliche Erwartungen, Glaubenssätze und anerzogenen Verhaltensweisen herausnehmen und anschliessend unser wahres Ich wie Mary Poppins bei Bedarf ihren Hutständer aus der Tasche holen.
Und genau hier möchte ich dir Human Design vorstellen.
Human Design ist ein System zur Selbsterkenntnis, das sich unter anderem damit beschäftigt, wie wir von Natur aus angelegt sind und wie unsere Umwelt uns beeinflusst. Im Human Design wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch eine individuelle energetische Veranlagung mitbringt, die in einem sogenannten Bodygraph dargestellt wird. Dieser Bodygraph besteht unter anderem aus neun Zentren, die unterschiedliche Themen unseres Lebens widerspiegeln. Einige dieser Zentren sind definiert, andere offen oder undefiniert.
Besonders die offenen und undefinierten Zentren sind im Zusammenhang mit unseren Konditionierungen interessant. Sie zeigen uns innerhalb des Human-Design-Systems Bereiche, in denen wir Einflüsse anderer Menschen aufnehmen, verstärken und möglicherweise zu unseren eigenen Überzeugungen machen.
Nehmen wir beispielsweise das offene oder undefinierte Ego- beziehungsweise Herzzentrum. Hier kann sich eine Konditionierung darin zeigen, dass wir ständig das Gefühl haben, etwas beweisen zu müssen. Wir leisten mehr, übernehmen zusätzliche Aufgaben und versuchen, möglichst erfolgreich zu sein. Nicht unbedingt, weil wir das wirklich möchten, sondern weil wir glauben, nur dann wertvoll oder anerkannt zu sein. Oder betrachten wir das offene beziehungsweise undefinierte Emotionalzentrum. Hier kann die Tendenz entstehen, unangenehmen emotionalen Situationen aus dem Weg zu gehen.
Vielleicht vermeiden wir deshalb Konflikte, verschweigen unsere Meinung oder sagen lieber Ja, obwohl wir eigentlich Nein meinen.
Kommt dir bekannt vor?
Natürlich bedeutet ein offenes Zentrum nicht automatisch, dass du dich genauso verhältst. Es beschreibt vielmehr einen Bereich, in dem du gemäss Human Design besonders empfänglich für Einflüsse und Erfahrungen sein kannst.
Und genau darum geht es mir bei Human Design. Ich möchte dir nicht erklären, wie du sein musst, sondern dir eine Möglichkeit zeigen, dich selbst aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.
Denn vielleicht musst du gar nicht erst ein völlig neuer Mensch werden. Vielleicht darfst du einfach beginnen, wieder mehr du selbst zu sein.
Ich möchte mein Leben verändern – aber wo fange ich an?
Nun haben wir viel darüber gesprochen, weshalb wir unzufrieden sein können, warum wir uns anpassen und weshalb Veränderungen manchmal so schwerfallen. Aber was machen wir jetzt mit dieser Erkenntnis? Sollen wir morgen tatsächlich die Kündigung auf den Tisch knallen, unsere Koffer packen und ein neues Leben beginnen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn bevor wir unser Leben verändern, wäre es doch sinnvoll, überhaupt erst herauszufinden, was wir wirklich möchten.
Und genau hier bietet Human Design mit der Strategie und der inneren Autorität einen weiteren interessanten Ansatz.
Im Human Design beschreibt die Strategie, wie wir entsprechend unserem Typ mit unserer Umwelt und den Möglichkeiten, die uns begegnen, umgehen können. Die innere Autorität wiederum steht für unsere individuelle Art, Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es nicht darum, sämtliche Entscheidungen mit dem Verstand zu zerdenken oder uns ausschliesslich danach zu richten, was andere Menschen für vernünftig halten. Vielmehr lädt uns Human Design dazu ein, unsere eigene Entscheidungsweise bewusster wahrzunehmen und mit ihr zu experimentieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich sämtliche Schwierigkeiten plötzlich in Luft auflösen. Auch mit Human Design müssen wir Rechnungen bezahlen, Verantwortung übernehmen und mit den Konsequenzen unserer Entscheidungen leben.
Aber vielleicht beginnen wir, gewisse Dinge anders zu betrachten.
Vielleicht erkennen wir, weshalb wir immer wieder dieselben Kompromisse eingehen, warum uns bestimmte Erwartungen so stark beeinflussen oder weshalb wir Entscheidungen treffen, die sich im Nachhinein nicht stimmig anfühlen. Und vielleicht entdecken wir dabei auch, dass wir mehr Möglichkeiten haben, als wir bisher angenommen haben.
Zurück zu dir – vielleicht beginnt Veränderung mit einer einzigen Frage
Wenn du mit deinem Leben unzufrieden bist, bedeutet das nicht automatisch, dass du alles hinter dir lassen musst.
Vielleicht ist dein Job tatsächlich nicht mehr der richtige. Vielleicht braucht deine Beziehung eine Veränderung. Vielleicht hast du aber auch einfach über viele Jahre hinweg so sehr versucht, den Erwartungen anderer Menschen gerecht zu werden, dass du dich selbst dabei ein Stück weit aus den Augen verloren hast. Wir können unsere Vergangenheit nicht verändern, und wir können auch nicht sämtliche Konditionierungen von heute auf morgen ablegen.
Aber wir können beginnen, sie zu hinterfragen.
Wir können uns fragen, weshalb wir bestimmte Dinge tun, warum wir uns für gewisse Entscheidungen rechtfertigen und wessen Erwartungen wir eigentlich erfüllen möchten. Für mich bedeutet Zurück zu dir, dich wieder mit deinen eigenen Bedürfnissen, Werten und Entscheidungen auseinanderzusetzen.
Nicht, um ein perfektes Leben zu erschaffen, sondern um ein Leben zu gestalten, in dem du dich selbst wiedererkennst. Vielleicht ist deine Unzufriedenheit deshalb nicht einfach etwas, das du möglichst schnell loswerden musst. Vielleicht möchte sie dich darauf aufmerksam machen, dass etwas in deinem Leben nicht mehr zu dir passt.
Und vielleicht beginnt Veränderung nicht mit einer Kündigung, einer Trennung oder einem völlig neuen Lebensentwurf.Sondern mit der Bereitschaft, dir selbst wieder zuzuhören. Zum Schluss möchte ich dir deshalb eine Frage mitgeben:
Wenn du niemandem etwas beweisen und keine Erwartungen erfüllen müsstest, was würdest du in deinem Leben heute anders machen?
Entdecke dich selbst mit Human Design
Vielleicht hast du beim Lesen einige Verhaltensweisen wiedererkannt und fragst dich nun, welche davon tatsächlich zu dir gehören und welche du im Laufe deines Lebens übernommen hast.
In meinen Human Design Readings beschäftigen wir uns mit deiner individuellen Veranlagung, deiner Strategie, deiner inneren Autorität und den Bereichen, in denen Konditionierungen eine Rolle spielen können.
Nicht, damit dir jemand sagt, wie du dein Leben führen sollst, sondern damit du dich selbst besser kennenlernen und deine eigenen Entscheidungen bewusster treffen kannst.
delutzion – Zurück zu dir.